Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Dez
01

Auch in der Landwirtschaft gilt: Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied

Vor dem Hintergrund der für den Arbeitsmarkt potenziell bedeutsamen Flüchtlingsströme aus vielen Teilen der Welt nach Europa und damit auch nach Deutschland besuchten die Schülerinnen und Schüler der zweijährige Fachschule Agrarwirtschaft aus Sulingen des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup für eine Persönlichkeitsbildung und Unternehmerschulung ein Seminar der Katholische Landvolkhochschule (Kloster Oesede, Georgsmarienhütte).
In der KLVHS Oesede ist unter fachkundiger Leitung ein dreitägiges Training für die bessere Ausnutzung persönlicher Stärken für den beruflichen Erfolg als Unternehmer abgeschlossen worden. Das marktbedingt erforderliche Wachstum landwirtschaftlicher Betriebe ist für landwirtschaftliche Familien auch eine enorme arbeitswirtschaftliche Herausforderung und wie in wohl fast allen anderen Branchen oft nur zusammen mit Berufskollegen oder mit Fremdarbeitskräften im Team zu meistern. Unternehmerinnen und Unternehmer, Familienmitglieder und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden für eine erfolgreiche Zusammenarbeit eine hoffentlich reißfeste Kette.

Das dafür nötige Denken im Team trainierten die Fachschüler des Berufsbildungszentrums Dr.  Jürgen Ulderup z.B. in einem Tiefseil-Garten, der im Alleingang kaum zu bewältigen war, sowie im Rahmen diverser Übungen in der Sporthalle bzw. in Rollenspielen. Da aber für 2020 in Niedersachsen ca. 30% weniger Auszubildende prognostiziert werden, muss zukünftig die landwirtschaftliche Arbeit auch in einem erweiterten Team und ggf. mit Hilfe ausländischer Arbeitnehmer bewältigt werden können. Die Flüchtlingsfamilien sind möglicherweise ein nicht zu unterschätzender Arbeitnehmerpool. Ausländische Arbeitskräfte aus Flüchtlingsgebieten müssen allerdings sowohl in den Betrieb als auch in eine Dorfgemeinschaft integriert werden können. Deshalb hatten die landwirtschaftlichen Fachschüler auch ein etwa zweistündiges Gespräch mit einem irakischen Ehepaar. Die Eheleute sind schon seit Jahren in die deutsche Arbeitswelt integriert und sind gut der deutschen Sprache mächtig. So konnten sie den jungen landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmern Auskunft über ihre teils religiös und teils kulturell bedingten Normen und Werte erteilen. Landwirtschaftliche Arbeitnehmer sind bislang schon auf Grund praktischer Erwägungen im Arbeitsalltag häufig oft stärker als in anderen Branchen in die Arbeitgeberfamilie integriert. Im Bereich Küche und Ernährung müssten landwirtschaftliche Arbeitgeber, die moslemische Arbeitskräfte beschäftigen, wahrscheinlich umdenken. So ergaben sich unterschiedliche Ernährungsansprüche schon bei der Betrachtung der Tierschlachtung. Hier spielen keine Eingewöhnungseffekte sondern kulturell und religiös bedingte Riten eine Rolle. Hingegen sind sonstige am Arbeitsplatz geforderte Schlüsselqualifikationen aus den Bereichen fachlicher, methodischer oder sozialer Kompetenzen auch trotz unterschiedlicher Normen und Werte erlernbar. Dies haben die vier Generationen (ehemals) ausländischer Mitarbeiter z.B. im Ruhrgebiet hinreichend bewiesen. Sie sind in vielen gewerblichen bzw. industriellen Betrieben eine feste Größe.
Mit dem mittlerweile fünften Seminar an der KLVHS Oesede für landwirtschaftliche Fachschulen hat sich dieses ergänzende Bildungsangebot des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup erfreulich bewährt.

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