Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Nov
21

Duales Ausbildungssystem findet Anerkennung-Sulinger Landwirtschaftschüler stellen sich Koreanern vor

30 Berufsschüler aus 10 verschiedenen Berufsschulen diverser Provinzen Südkoreas besuchten unter der Leitung von Dr. Dong-Kyu Kang am Donnerstag das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup am Schulort Sulingen.

Begrüßt wurden sie von der Abteilungsleiterin Helga Müller und dem Fachlehrer Dr. Jürgen Strodthoff, über den der Kontakt zustande gekommen war. Wie bildet Deutschland seine Landwirtinnen und Landwirte aus?  Das war die zentrale Fragestellung des Vormittags. Nach einer Besichtigung der allgemeinen Unterrichtsräume sowie der Werkstätten für den Fachpraxisunterricht in Bau-, Holz- und Metalltechnik stellten die Berufsfachschüler der Agrarwirtschaft ihre Ausbildungsgänge zur Pferdewirtin und zum Landwirt im dualen System sowie anschließende Weiterbildungsmöglichkeiten vor. Dabei kamen ihnen die im Unterricht bei Fachlehrer Jochen Kinne erworbenen Kompetenzen zur Präsentation und Visualisierung umfangreicher Informationen zugute. Als Dolmetscher fungierte Dr. Dong-Kyu Kang.


Im Gegenzug stellten koreanische Berufsschüler ihren Werdegang und ihre beruflichen Ziele vor: Die dreijährige Ausbildung in der Agrarwirtschaft in Korea ist rein schulisch und inhaltlich breiter und allgemeiner aufgestellt. Es zählen nicht nur die grünen Berufe wie Landwirt oder Gärtner zu diesem Fachbereich, sondern auch das gesamte Ernährungsgewerbe mit Berufen wie Koch und Bäcker. Fachpraxis erlangen die jungen Menschen dort – abgesehen von wenigen Praktika – allein in der Schule, nicht aber auf wirtschaftenden Betrieben. Ähnlich wie in Deutschland besuchen die Koreaner neun Jahre lang die allgemein bildende Schule, bevor sie entscheiden, ob sie weitere drei Jahre das Gymnasium besuchen oder die Berufsschule. Für Erheiterung sorgte der Bericht eines Koreaners, der seine Berufswahl zum Gärtner allein damit begründete, weil es dort die Möglichkeit gab, im Sportunterricht Fußball zu spielen. Obwohl dies mittlerweile nicht mehr möglich ist, führt er seine Ausbildung trotzdem erfolgreich weiter. Sein Ehrgeiz, zu den Besten zu gehören, sicherte ihm einen Platz zu dieser kostenlosen Bildungsreise nach Deutschland und Frankreich. Abschließend stellten sich die Berufsschüler beider Länder gegenseitig Fragen sowohl zur Ausbildung als auch allgemein zur Landwirtschaft. Die Sulinger Berufsfachschüler erfuhren zum Beispiel, dass der Ackerbau in Korea vom Reis dominiert wird und dass die landwirtschaftlichen Betriebe in Korea sehr spezialisiert sind. Veredlungsbetriebe mit 10.000 bis 20.000 Mastschweineplätzen sind dort keine Seltenheit.
Nach einer Verabschiedung mit regem „Fotoshooting“ und anschließendem deutschen Mittagsbuffet im Restaurant Dahlskamp besuchte die Gruppe den Biohof Voigt in Syke-Gessel. Betriebsleiter Jochen Voigt stellte dort die Gärtnerei, den Hofladen und die Vermarktung über „Abokisten“ vor. Kaffee und Kuchen ließ Herr Voigt im hofeigenen Restaurant servieren.
Nach so viel Input über die Ausbildung in Deutschland ist die Gestaltung des Abends vorprogrammiert durch die Frage „Duales System – demnächst auch in Korea?

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