Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Jun
29

Gelungenes Projekt zur Berufsorientierung: BBZ und Carl-Prüter-Schule wollen Kooperation fortsetzen

SULINGEN. „Es war ein Pilotprojekt. Und es war ein gutes Projekt“, stellt Heinrich Dahlskamp, stellvertretender Leiter des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup, fest: Nach der praktischen Phase der Berufsorientierung für 70 Achtklässler der Carl-Prüter-Realschule in Sulingen (die Kreiszeitung berichtete) ziehen die Kooperationspartner gestern ein positives Fazit.
Jeweils zwei Berufsfelder hatten die Realschüler erkundet, an 16 Praxistagen lernten sie den Unterricht im Berufsbildungzentrum kennen. „Alle Kollegen standen hinter der Kooperation, haben gesagt, dass sie dafür an einem Tag auf Unterricht in unserem Hause verzichten“, sagt Manfred Evensen, Leiter der Carl-Prüter-Schule, „auf eine Stunde in jedem Fachbereich. Und es scheint so zu sein, dass den Schülern dadurch nicht erkennbar etwas fehlt – auf jeden Fall haben sie mehr an Erfahrung mitgenommen, was die Berufsorientierung angeht.“ Er erwartet, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Entscheidung für ein Schwerpunktprofil ab der neunten Klasse – Technik, Wirtschaft oder Soziales – auf besserer Grundlage treffen, als der Jahrgang davor es konnte. Peter Schneekönig, Lehrkraft im AWT-Bereich (Arbeit, Wirtschaft, Technik) der Realschule, bestätigt: „Es gibt Schüler, die mir gesagt haben, dass sie sich unter dem ausgewählten Berufsfeld etwas anderes vorgestellt hatten – und solche, die sich jetzt schon um Praktika bewerben wollen.“ Kommende Woche berichten die Acht- den Siebtklässlern von ihren Erfahrungen im Berufsbildungszentrum. „Wir hoffen, dass die neuen Schüler, die in die Kooperation gehen, so mehr Vorinformationen haben. Es hat eine andere ‚Wahrhaftigkeit‘, wenn es von Mitschülern kommt…“


Was voraussetzen würde, dass aus dem Pilotprojekt ein fester Bestandteil der Kooperation wird. „Es ist bei meinen Kollegen sehr gut angekommen, sie hatten mit sehr netten Gruppen zu tun. Für uns hat es den Vorteil, dass die Schüler, die dann später zu uns kommen, wissen, was sie wollen.“ Das BBZ wolle die Kooperation fortsetzen, „allerdings haben wir in einigen Bereichen personelle Engpässe.“ Heiner Gutschmidt von der Leitstelle Region des Lernens“, die die Kooperation betreut, stellt fest, dass es die Zusammenarbeit mit allgemein bildenden Schulen schon lange gebe, „allerdings kommen die Schüler am Nachmittag in das BBZ – das ist etwas ‚Aufgepfroptes‘. Mit dem Pilotprojekt haben wir uns entschieden, in den Vormittag einzusteigen: So haben die Schüler mehr Zeit, werden gleichwertig im Unterricht mit aufgenommen.“ Und sind ausgeruhter, ergänzt Dahlskamp, „es ist für sie wie ein normaler Schultag – mit ein bisschen mehr Abwechslung.“ Gutschmidt unterstreicht: „Es ist wichtig, dass das BBZ dieses Angebot ernst nimmt und entsprechende Kapazitäten schafft.“ Dahlskamp legt sich fest: „Es gibt eben gewisse Sachzwänge. Aber wir wollen die Kooperation, sie wird fortgesetzt.“
Allerdings nicht mit der Realschule in dem Sinne, sie befindet sich mit der Hauptschule im Übergang zur Oberschule – die dann OBS Carl-Prüter-Schule heißen werde, so Evensen. „Die Fortsetzung müssen wir gemeinsam beschließen, aber ich vertraue darauf, dass es dafür eine Mehrheit gibt.“
Heiner Gutschmidt kann sich vorstellen, künftig auch Betriebserkundungen einzubinden und Experten aus der Wirtschaft in das BBZ zu holen, „um eine stärkere Verzahnung mit der Praxis zu erreichen.“ Seine Kollegin von der Leitstelle, Claudia Hacke, berichtet aus Gesprächen mit Schülern, dass diese sich in theorielastigeren Berufsfeldern wie „Wirtschaft und Verwaltung“ Besuche in Betrieben durchaus gewünscht hätten – ab.

Artikel: Kreiszeitung Sulingen

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