Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Nov
11

Große Schweine-WG. Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft besucht Stall der Zukunft.

In einem Versuchsstall der Firma Big Dutchman in Fürstenau (bei Osnabrück) hat die Einjährige Fachschule Agrarwirtschaft aus Sulingen am 21. Oktober eine neuartige Schweinhaltungsform in der Sauen- und Ferkelhaltung besichtigt.Getestet wird eine Haltungsform, die in vollem Umfang dem Tierverhalten angepasst ist. Schüler der Einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup besuchten am Montag den „Stall der Zukunft 2030“ der Firma Big Dutchman in Fürstenau. Die Besichtigung der Konzeptstudie wurde vom Produktmanager und Mitentwickler Daniel Holling geleitet. Der Stall wurde für 60 Sauen errichtet. Im ersten Bereich werden die Sauen künstlich besamt und warten bis zur Geburt ihrer Ferkel. Kurz vor der Geburt kommen die Sauen in den Abferkelbereich, wo sich jede Sau selber ihre Abferkelbucht aussuchen kann. Die Abferkelbucht ist so gestaltet, dass die Sau sich frei bewegen kann. Ab dem vierten Tag nach dem Abferkeln können alle Sauen mit ihren Ferkel frei in einer Gruppe laufen – „wie in einer KiTa für Schweine“, so Holling. Die trächtigen Sauen werden ebenfalls alle in einer Gruppe gehalten und bekommen computergesteuert die Futtermenge, die zur einzelnen Sau passt. Da die Sauen in den verschiedenen Stallbereichen nur durch Trennwände getrennt sind, sind jederzeit Kontakte zwischen allen Tieren möglich.

Die Idee zum neuen Stall, berichtet Holling, kam so: „Wir wollen möglichen neuen Tierschutzverordnungen einen Schritt voraus sein. Die ursprüngliche Idee war, dass alle Tiere frei zusammenleben ähnlich wie in der Kommune 1.“
Leider starben besonders zu Beginn der Testphase zu viele Ferkel dadurch, dass sie von der sich hinlegenden Sau erdrückt wurden. Grund dafür ist, dass die Ferkel nicht wie in herkömmlichen Systemen durch eine Fixierung der Sau geschützt werden. Herr Holling erläuterte, dass dieses Problem bereits teilweise behoben werden konnte. Dennoch besteht weiterhin hoher Entwicklungsbedarf am System.

Als positiv bewerteten die Fachschüler, dass die Sauen ihr Leben lang in einer großen Gruppe laufen. Auch haben die Ferkel bereits sehr früh sozialen Kontakt zu anderen Ferkeln, was sich positiv auf ihre spätere Entwicklung auswirkt. Obwohl es noch viel Verbesserungsbedarf gibt, zogen die Schülerinnen und Schüler ein positives Fazit. „Ich fand den Besuch hochinteressant. Es ist wichtig, dass es neue Ideen in der Schweinehaltung gibt“, resümierte ein Fachschüler.

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