Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Okt
08

Klassenfahrt der besonderen Art-Fachoberschule Wirtschaft besucht Pulverfabrik zwischen Liebenau und Steyerberg

„Warum in die Ferne schweifen, sieh das Unbekannte liegt so nah“. Unter dieses Motto konnte man die etwas andere Klassenfahrt  der 12. Klassen der Fachoberschule Wirtschaft am BBZ Dr. Jürgen Ulderup in Sulingen stellen. Gemeinsam mit einer Partnerklasse der BBS Kusel (Rheinland Pfalz) besuchte man zunächst die Stadt Nienburg. Hier wurde den Klassen vom Geschäftsführer der Mittelweser Touristik GmbH, Martin Fahrland, im historischen Ratssaal der Stadt das Konzept dieses Tourismusverbandes vorgestellt. Ein Gang über den „schönsten Wochenmarkt Europas“ rundete das Programm ab.


Diesem eher etwas heiteren Teil folgte dann ein Besuch auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik zwischen Liebenau und Steyerberg. Die Besichtigung, des für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Gebietes, war nur möglich, da sich der Bürgermeister der Samtgemeinde Liebenau, Walter Eisner, für die Klassen einsetzte und so einen Besichtigungstermin ermöglichen konnte.  Ein Bericht des NDR vor einigen Wochen bezeichnete dieses Gelände als einen der geheimnisvollsten Orte Niedersachsens. Und so wirkte er auch auf die Schüler. Auf dem umzäunten Gelände befinden sich noch heute in einem dichten Wald über 400 Gebäude und Bunker, in denen während der Zeit des Nationalsozialismus Pulver für Geschosse hergestellt wurde. Diese Produktion wurde von Zwangsarbeitern durchgeführt.  Von 1938 bis 1945 starben hier über 2.000 Frauen und Männer an Mangelerkrankungen, Hunger und Schlägen, aber auch durch Erschießungen und Hinrichtungen durch den Strang.
Der Geschäftsführer der „Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau“, Martin Guse, machte den Schülern an Einzelschicksalen deutlich mit welcher Menschenverachtung die Nationalsozialisten die Zwangsarbeiter behandelten.  In den Bunkern konnte man deutlich die Betroffenheit der Schüler erkennen – schließlich befand sich ein großer Teil der Zwangsarbeiter im gleichen Alter wie die Schüler. So war den am Ende das Fazit der Besichtigung einhellig: „Wir haben nicht gewusst, dass es einen solchen Ort in unmittelbarer Nähe von Sulingen gegeben hat. Man sollte die Pulverfabrik für Besichtigungen freigeben und der jungen Generation deutlich machen was Menschen Menschen antun können.“

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