Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Okt
18

Landwirtschaftliche Fachschüler des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup nutzten ein Seminarangebot der Katholischen Landvolkhochschule Oesede als Kompetenzverbesserung für die landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit

Engagierte Schüler der einjährigen Fachschule Agrarwirtschaft des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup,  Schulort Sulingen, nutzten ein dreitägiges Seminar an der Katholischen Landvolkhochschule in Oesede zum Thema „Effizienz und Ethik am Beispiel moderner Tierhaltung“ unter der Leitung der Bildungsreferenten Andreas Brinker und Judith Soegtrop-Wendt.
Die angehenden Betriebsleiter und angestellten Führungskräfte in der Landwirtschaft benötigen zunehmend das für die Öffentlichkeitsarbeit in der Landwirtschaft notwendige Handwerkszeug und sollten auch die Grundsätze der Rhetorik kennen. Viele Landwirte sehen sich selber durch die jahrelange oft negativ geprägte Berichterstattung von Medien, Tierschutzverbänden, Umweltschutzverbänden und andere als „Buhmänner der Nation“. In dieser Situation kann nur die adressatenbezogene und nachhaltige Auseinandersetzung mit der nichtlandwirtschaftlichen Öffentlichkeit helfen.


Doch wie jeder Gewerbetreibende ist auch der einzelne Landwirt mit dieser Aufgabe als Einzelperson schnell überfordert. Ohne die Zusammenarbeit mit Berufskollegen kann eine Einzelaktion leicht ohne nachhaltige Wirkung verpuffen. Zahlreiche „Warm ups“ zur Stärkung der Teamfähigkeit prägten deshalb den Seminarablauf in Oesede.
Wie im Bild ersichtlich funktionieren Übungen dieser Art nur mit zielorientierter Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen. Zusätzlich spielten die Teilnehmer ein Theaterstück mit dem Ziel, voreingenommene Meinungen aufzudecken, die den Dialog bei der Öffentlichkeitsarbeit erschweren können.


Redeübungen vor laufender Kamera und der Gruppe zeigten schnell eine weitere Schwierigkeit auf, nämlich sich selbst und sein Anliegen glaubwürdig und überzeugend zu präsentieren. Wie sollen praktische Landwirte dann aber kritische Nichtlandwirte für ihre Arbeit einnehmen? Hier war die anschließende Auswertung der Filmaufnahmen mit zukunftsorientierten Tipps und Tricks von den Kursleitern zur Körpersprache und Artikulation als Vorbereitung für den geplanten Showdown in Form eines Rollenspiels sehr hilfreich.
Das Rollenspiel als abschließendes Highlight:
Hier spielten die Teilnehmer sich als Landwirte selbst und auch als kritische Nichtlandwirte beim Besuch landwirtschaftlicher Betriebe. Trotz guter Vorbereitung fiel es den Landwirten schwer sich sachlich, kompetent auszudrücken und zu rechtfertigen, die Rolleninhaber der Kritikerseite hingegen fanden sich in ihrer Rolle als „Wadenbeißer“ erstaunlich schnell zurecht.

Im Rahmen des Seminarprogramms stellte Projektleiter Klaus Ludden auch das von 2013 bis 2015 laufende Projekt „Dorfgespräch“ vor. Projektinitiatoren sind die Katholischen LandvolkHochschule (KLVHS) und das Landesamtes für Geoinformation und Landentwicklung (LGLN). Es soll den Dorfbewohnern die Nähe zum ländlichen Raum und speziell zur ortsansässigen Landwirtschaft zurückbringen. Auch dieser Ansatz wirkt vielversprechend, denn wenn Menschen miteinander statt übereinander reden bleibt weniger Raum für Feindseligkeiten.
Drei Tage sind als Einstieg in die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit eine gute Grundlage, die das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup aktuell gerade nach- und aufbereitet, damit die im Sommer fertigen Fachschulabsolventen für eine effektivere Öffentlichkeitsarbeit gerüstet ihre Betriebe führen können.
Landwirte und Verbraucher sind aufeinander angewiesen – sie sollten dann aber auch miteinander reden.

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