Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Nov
16

Landwirtschaftliche Fachschüler profitieren im Schulunterricht von Praxiserfahrungen zum Thema Mitarbeiterführung

Die Fachschüler der zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup in Sulingen diskutierten auf dem landwirtschaftlichen Betrieb der Brokering Milch KG in Eydelstedt/Düste über die Gestaltungsmöglichkeiten einer betriebsorientierten Personalplanung und -führung in der Landwirtschaft.
Zunehmend unterstützen Fremdarbeitskräfte die Familienarbeitskräfte wachsender landwirtschaftlicher Betriebe. Allein „den Job machen“, das funktioniert als landwirtschaftlicher Angestellter aber nicht. Landwirtschaftlichen Facharbeitersollen sich wie Familienarbeitskräfte mit ihrem Betrieb und dessen Tieren identifizieren, weil Kühe und andere Nutztiere erst unter fürsorglicher Betreuung und im „Wohlfühl-Ambiente“ Spitzenleistungen erbringen wollen.
Karsten Brokering aus Düste hat seinen Milchviehbetrieb mit familiärer Unterstützung und engagierten Mitarbeitern in eine zukunftsfähige Spitzenposition gehievt und schon jetzt ein beachtliches Lebenswerk in der Region verwirklicht.
Schon das Einstellungsverfahren kann dafür die erforderliche Motivation zukünftiger Mitarbeiter absichern. Karsten Brokering nutzt nachhaltig gepflegte Beziehungsnetze für die Kontaktaufnahme zu geeigneten Mitarbeitern. Die Standardannonce in der Zeitung ersetzt er durch eine personifizierte Arbeits- und Stellenbeschreibung. Nur mit verständlich und konkret formulierten Erwartungen in der Stellenausschreibung können zukünftige Angestellte seine Erwartungen erfüllen.
Für die nachhaltige Bindung des eingestellten Personals an den Betrieb empfiehlt er auf den regionalen Bezug seiner Mitarbeiter zu achten. Da letztendlich aber der Mensch die wichtigste Rolle für Arbeitserfolg und Motivation am Arbeitsplatz spielt, muss der Arbeitgeber an den Bedürfnissen seines Personals anknüpfen. Über die Beziehungsebene ist der Mitarbeiter sicherer mit dem Arbeitgeberbetrieb verbunden als es Geld alleine schaffen kann. Deshalb enthält Karsten Brokerings Kritik am Mitarbeiter in der Regel sowohl lobende, motivierende als auch verbessernde, arbeitsfördernde Bestandteile. Auch die öffentliche Anerkennung von Mitarbeiterleistungen im Betrieb gehört dazu. Übermäßige „Lobhudelei“ macht dieses Führungsmittel wiederum unbrauchbar.
Der Arbeitsalltag ist in Standard-Arbeitsprotokollen beschrieben. Sie informieren Mitarbeiter und den Arbeitnehmer gleichermaßen über die Abläufe im Betrieb. Nichterledigtes kann so nachgeholt werden und auf Störungen in den Betriebsabläufen zeitgerecht und vor allem präventiv reagiert werden. Mitarbeiter wissen somit, was zu tun ist. Unterstützt werden die Abläufe durch regelmäßige Informationen und Planungsgepräche zwischen Mitarbeitern und Leitung.
Besondere Bedeutung hat für Karsten Brokering der gewährte Handlungsspielraum für den Mitarbeiter. Zwangsläufig müssen dann aber Mitarbeiter auch ggf. anders als der Chef und vielleicht auch mal falsch entscheiden dürfen. Mitarbeiterhandlungsspielräume und die Übertragung von Verantwortung sind damit untrennbar verbunden sowohl mit Fehlermöglichkeiten als auch mit der Chance der Entlastung des Arbeitgebers z.B. im Falle von Abwesenheit bei Krankheit oder während des Familienurlaubes.
Das Besprechen von Einsatzplänen mit den Betroffenen unterstreicht die Bedeutung der innerbetrieblichen Kommunikation für die Zufriedenheit am Arbeitsplatz. Übereinstimmung herrschte zwischen den Fachschülern und dem Betriebsleiter darin, dass zufriedene Mitarbeiter dem Betrieb nachhaltig und gern zur Verfügung stehen, der berühmte „blaue Montag“ die Ausnahme darstellt, weitsichtig arbeiten und sich für den Arbeitgeberbetrieb verantwortlich fühlen. Das dadurch gesteigerte Image als Arbeitgeber strahlt wiederum positiv auf die Qualität neuer Bewerber aus. Die „Katze beißt sich somit in den Schwanz“.

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