Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Apr
28

Lange Kür, heute Pflicht-Lindenschule und Berufsbildungszentrum seit 25 Jahren Partner

Exakt 120,5 Lehrerstunden investiert das Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Kooperationen mit Partnerschulen im Südkreis Diepholz, Woche für Woche. „Kooperationen, die zum Teil seit 14 Jahren Bestand haben“, sagt Heinrich Dahlskamp, stellvertretender Schulleiter  des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup und verantwortlich für den Schulstandort Sulingen. Als Wegbereiter gilt für Dahlskamp und Schulleiterin Birgitt Kathmann die Kooperation mit der Lindenschule Sulingen. Mit Beginn des Schuljahres 2015/2016 jährt sich der Tag des Abschlusses der Vereinbarung zum 25. Mal.
Die Beweggründe, die die beiden Schulen vor einem Vierteljahrhundert motivierten, das Miteinander in feste Bahnen zu lenken, waren die gleichen, die gut zehn Jahre später das Niedersächsische Kultusministerium im Grundsatz Schulkooperationen per Erlass regeln ließ: Hilfestellungen für Schülerinnen und Schüler in der Berufsorientierung. „Das hat sich bewährt“, sagt Lore Schmusch, heute Leiterin der Lindenschule. Vor 25 Jahren hatten die Schulleiter Hans-Ulrich Freyer (Lindenschule) und Hans-Herbert Leußner, seinerzeit stellvertretender Leiter des heutigen Berufsbildungszentrums, die Vereinbarung unterzeichnet.


Ideengeber war Reinhard Diekhoff, 1990 Leiter der Fachkonferenz Arbeit-Wirtschaft-Technik (ATW) an der Lindenschule, der nach einer Fachtagung begann, für das Vorhaben zu werben. Heinrich Dahlskamp: „Am Anfang gab es auch Widerstände in den Kollegien, aber die haben sich längst gelegt.“ Heike Wiechers, 2015 Leiterin der AWT-Konferenz, sprecht von einer „fruchtbaren und produktiven Kooperation.“
Das Grundgerüst der Partnerschaft ist heute noch ähnlich zusammengesetzt, wie vor 25 Jahren: Einmal wöchentlich nehmen Schülerinnen und Schüler der Lindenschule am Fachtheorie- und Fachpraxisunterricht des Berufsbildungszentrums teil. „Was sich geändert hat, sind die Berufsfelder, in denen unterrichtet wird“, sagt Heike Wiechers. „Die Schülerinnen und Schüler wechseln aktuell zwischen den Bereichen Holz, Metall, Hauswirtschaft und Bau, auch Farbtechnik und Raumgestaltung hatten wir schon im Angebot.“


In 25 Jahren Kooperation sind laut Holger Seifert, Leiter der Leitstelle Region des Lernens, nicht nur die Schülerinnen und Schüler eines jeden Jahrganges der Berufswelt ein Stück weit näher gekommen, auch die Kontakte zwischen den Lehrerkollegien seien heute intensiver. Seifert und Team koordinieren für das Berufsbildungszentrum die Schulkooperationen, deren Kosten inzwischen der Landkreis Diepholz als Schulträger übernimmt. Lore Schmusch: „1990 wurden etwa die Kosten für Verbrauchsmaterialien noch aus dem Schuletat finanziert.“ Heinrich Dahlskamp: „Und das mit den Lehrerstunden hat man eben irgendwie hinbekommen. Wir sind ja flexibel.“


Nutznießer der Kooperationen waren 1990 und sind 2015 die Schülerinnen und Schüler der Lindenschule. Lore Schmusch zitiert aus dem Protokoll der Dienstbesprechung aus dem Jahr 1990, in der die Partnerschaft besiegelt worden war. „Man spricht schon damals von der Erweiterung der Handlungskompetenz und der Beseitigung von Schwellenängsten auf dem Weg zu einer fremden Schule beziehungsweise in die Berufswelt. Das ist alles auch heute aktuell.“ Schmusch mit Blick auf die Forderung nach Inklusion: „Vielleicht ist das auch aktueller, denn je. Bei uns findet das schon statt.“ Heinrich Dahlskamp: „Was für uns lange Jahre Kür war, ist heute für alle Pflicht.“

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