Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Jul
23

Mit dem Rollstuhl unterwegs-Alltagsproblematik eines körperlich beeinträchtigten Menschen im Rollstuhl

Wie ist es, wenn ich meinen Alltag im Rollstuhl verbringen muss? Auf welche Schwierigkeiten und Probleme stoßen Rollstuhlfahrer im Alltag?

Diese und andere Fragen stellten sich eine Gruppe  von Schülerinnen  und Schülern der Einjährigen Berufsfachschule Persönliche Assistenz für Realschulabsolventen am Berufsbildungszentrum  Jürgen Ulderup in Diepholz.

Für einen Vormittag versetzten sich die Schülerinnen und Schüler  in die Situation eines körperlich beeinträchtigten Menschen im Rollstuhl. Ganz “normale“ Alltagssituationen wie z.B. einen Einkauf im Super- oder Drogeriemarkt, eine Anprobe im Fachgeschäft, Behördengänge, Zugänge zu Geschäften, Benutzung von Fahrstühlen das Bahnhofsgelände und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel u. a. zu erkunden, gehörten zu ihren Aufgaben.

Überrascht waren die Schüler über die körperliche Anstrengung,  die der normale Alltag eines Rollstuhlfahrers  mit sich bringt. So gab es Hindernisse im Straßenverkehr durch unebene Bürgersteige oder unachtsame Auto- und Fahrradfahrer. Häufig fehlende Absenkungen der Bordsteinkanten erschwerten das Überqueren der Straße. Mülltonnen auf den Gehwegen wurden zum Hindernis. Mit Ware zugestellte Gänge in Supermärkten oder Produkte, die nicht  erreichbar waren, bereiteten den Schülerinnen und Schülern erhebliche Schwierigkeiten. Häufig mussten Mitbürger um Hilfestellung gebeten werden.
Stufen vor Fachgeschäften oder Eisdielen konnten ohne fremde Hilfestellung nicht überwunden werden. Mit diesen und mit vielen anderen Situationen wurden die Schülerinnen und Schüler an diesem Vormittag konfrontiert.
Positiv wurde die Hilfsbereitschaft der Mitbürger bewertet, wenn es auch unterschiedliche Reaktionen, wie  Mitleid oder bewusstes Wegschauen welches  häufig auf persönliche Hilflosigkeit  der Mitbürger zurückzuführen ist, gab.

Etwas müde und mit vielen neuen Eindrücken kehrten die Schülerinnen und Schüler in die Schule zurück. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie mit diesem Projekt gesammelt haben,  werden sie positiv in ihrem späteren, beruflichen Alltag begleiten.

Die Lernsituation, -Handicap Behinderung, mehr Miteinander-  schließt mit einem Besuch, im Dialog im Dunkeln in Hamburg, ab. Hier werden die Schülerinnen und Schüler  noch einmal mit der Problematik „Verlust des Augenlichtes“ und damit verbundenen Problemen konfrontiert.

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