Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup

Schüleraustausch USA

Aufbruch in die „Neue Welt“ – Amerika

Erstmals machten sich Schüler des BBZ Dr. Jürgen Ulderup vom „alten Kontinent“ auf, um die „neue Welt“ und das Land der Träume zu erkunden. Ende letzten Jahres galt es, der eigenen Familie und den Freunden für zweieinhalb Wochen Lebewohl zu sagen. Fünf Schüler und eine Schülerin des Jahrgangs 13 des Fachgymnasiums des BBZ in Diepholz nahmen zusammen mit ihrem Lehrer Peter Willenborg das Abenteuer Amerika – genauer Südstaaten USA auf sich. Gestartet wurde an dem Berufsbildungszentrum morgens um vier Uhr,  um etwa 20 Stunden später etwas müde, aber sehr gespannt auf die bevorstehende Zeit und alles Neue in Atlanta, Georgia, anzukommen.

Ziel der Reise war es, den Schülern die Möglichkeit zu bieten, den Schulalltag einer amerikanischen Highschool und das Leben in Amerika kennen zu lernen. Untergebracht waren die sechs Schüler in den Gastfamilien ihrer amerikanischen Mitschüler. So machten die Schüler Erfahrungen über den Schulalltag hinaus und lernten das ganz normale Leben der Amerikaner kennen, das in vielerlei Hinsicht sich von dem unserigen unterscheidet.

Dass in den USA das Auto einen noch größeren Stellenwert besitzt als bei uns in Deutschland, wurde den Schülern bereits am Flughafen in Atlanta bewusst. Auch dass Größe dort noch eine etwas andere Dimension hat, wurde klar, als alle erkannten, dass das gesamte Gepäck im GM Truck einer Gastmutter verstaut werden konnte.

Nach der Schule besuchten die Schüler als erstes die „Mall of Georgia“. Hier wurde deutlich, wie der private Konsum zum Wirtschaftswachstum der USA beiträgt. Als Belohnung dafür, dass die Schüler ihre Ferien opferten, ging es ebenso zum berühmten Krispy Kreme, um deren legendäre Donuts zu probieren. An Halloween zog man abends dann durch die Siedlungen, um mit den Schülern den Nachbarkindern beim ihrem „Trick or Treat“ Konkurrenz zu machen. Um den erhöhten Zuckergehalt dann wieder abzutrainieren war auch Sport angesagt. Jedoch reichte es nur zu einem Platz auf den Zuschauerrängen. Über die amerikanische Lehrerkollegin von Herrn Willenborg, Beth Pitts, kamen die Schüler an „Major League“ Tickets für Sportereignisse wie NBA Basketball oder NHL Eishockey in Downtown Atlanta heran.

Wie die wirtschaftliche Praxis in Amerika aussieht, darüber konnten sich die Schüler während mehrerer Unternehmenbesichtigungen ein Bild machen. So standen Touren zu ZF, der Besuch einer Molkerei und eines Herstellers von u. a. Speiseeis und die Besichtigung mit erstklassiger Führung eines Speditions- und Logistikunternehmens auf dem Programm. Dass der Gold Rush nicht etwa in Kalifornien begann, sondern in Georgia, erfuhr die Gruppe im Goldmuseum in Dahlonega.

Mehrfach wurde Atlanta, Metropole mit über 4 Mio. Einwohnern und Headquarter von CocaCola, unsicher gemacht. In Atlanta hatten die Schüler auch die Möglichkeit, an den Deca-Vorbereitungen zum Marketingwettbewerb für Highschool Schüler teilzunehmen. Hier wurden wir als „Guests from Germany“ von mehreren hundert Schülern und Lehrern so überwältigend begrüßt, dass es einigen von uns, speziell aus Südoldenburg stammend, beinahe unangenehm war. Dass es auf der Abschlussfeier für die Schüler mit Fahrerlaubnis keinerlei alkoholische Getränke gab, sondern lediglich Wasser mit Eis, war sicherlich gewöhnungsbedürftig. Den Abschluss in Altanta bildete der Besuch des History Museums, in dem es neben der Ausstellung zum Amerikanischen Bürgerkrieg, unter dem übrigens Atlanta sehr zu leiden hatte, auch die Biographie von Bobby Brown zu besichtigen gab.

An den Sonntagen stand ein „freiwilliger“ Kirchenbesuch der Baptist Church bzw. der Free Chapel auf dem Programm. „Um den American Way of Life zu erleben gehört das mit dazu“ so Peter Willenborg. Für ihre Einsicht und ihr Verhalten und „Mitziehen“ während der gesamten Fahrt sprach er seinen Schülern ein großes Kompliment aus.

Nach zwei Wochen hieß es Abschied nehmen von den amerikanischen Freunden aus North Georgia. Doch für die „German students“ noch nicht ganz. Denn es ging mit dem Zug zur letzten Station in den USA, Washington D.C. Etwa zehn Stunden dauerte es für Amtrak, die Strecke von etwa 1000 km zurückzulegen.

An der beeindruckenden Union Station von Washington D.C. angekommen und das Gepäck erst einmal im Hotel eingecheckt, ging es gleich los, und zwar zum Pentagon, dem Verteidigungszentrum der USA. Dabei fielen den Sicherheitsbeamten die „German students“ sicherlich auf, waren sie doch die einzigen, die sich zu Fuß dorthin begeben hatten, um sich die Stelle anzusehen, an der vor mehr als fünf Jahren der Anschlag auf das Pentagon verübt worden war. Mit der Metro setzen die Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer die Reise fort. Das Weiße Haus sollte noch vor Einbruch der Dunkelheit erreicht werden, um später noch auf der berühmten Pennsylvania Avenue bei klirrender Kälte den Weg abzuschreiten, den auch die amerikanischen Präsidenten nach ihrer Amtseinführung gehen. Das Capitol hatte sich die Gruppe für den nächsten Tag aufgehoben.

Wenn man in der Tagesschau Frau Merkel und Herrn Obama vor dem Weißen Haus stehen sieht oder die Wahl zum Amerikanischen Kongress verfolgt, dann bekommt man dazu eine besondere Beziehung. Es schon etwas anderes, so Peter Willenborg, wenn man dort selbst gewesen ist. Sicherlich ist es für die Schüler auch ein besonderes Gefühl, wenn sie den Film „Nachts im Museum“ im Kino anschauen, wohl wissend, dass sie vor zwei Monaten im Museum of Natural History auf denselben Fluren spazierten.

Die Eindrücke, die die Schüler in dieser Zeit gemacht haben, werden bleiben. „Nur der versteht Amerika, wer´s erlebt hat.“ meint Willenborg, Lehrer für Englisch und Betriebs- und Volkswirtschaft an dem BBZ Dr. Jürgen Ulderup. „Das war Klasse, super“, wissen seine Schüler ihre Reise zu schätzen. Ihre gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse werden ihnen sicher auch bei den anstehenden Bewerbungsgesprächen nützen. In dieser Zeit haben die Schüler an Erfahrung enorm dazu gelernt und erhalten einen stärkeren Realitätsbezug, der wichtig ist für ihr späteres Leben. Zudem gewinnen Sie nicht nur aufgrund ihrer erhöhten Sprachkompetenz an Selbstbewusstsein. Und schließlich gilt die Aussage von Herrn Seelbach, ehemaliger Koordinator des FG: „Vieles von der Schule wird man als Schüler vergessen, aber eine solche Fahrt nach Amerika nie.“ So ist es das Ziel von Herrn Willenborg, die Beziehungen zur North Hall Highschool aufrecht zu erhalten und auszubauen, so dass auch die Schüler kommender Jahrgänge „diese einmalige Chance erhalten.“

 

Ein paar Fotos von der Reise:

vor dem Abflug vom Flughafen Schiphol Amsterdam

vor dem schuleigenen Footballstadium mit Austauschschülern

Besichtigung des Transport- und Logistikunternehmens Turbo Logistics in Gainesville

Betriebsbesichtigung bei ZF in Gainesville

 

Teilnahme am DECA workshop in Atlanta

Besuch der Mayfield Dairy Farms (Molkerei mit eigener Eisherstellung)

 

Gruppenbild mit den Schülern der North Hall High School

 

bei klirrender Kälte vor dem Weißen Haus in Washington

 

Capitol in Washington D. C.

 

die CNN Zentrale in Washington

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks