Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Feb
23

„Plattdeutsch in der Altenpflege“–Neue Wege am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup

Seit dem 01.02.2015 wird am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup in Sulingen Plattdeutschunterricht angeboten. Für dieses Lernangebot konnte nun Frau Erika Brunkhorst aus Bassum gewonnen werden, die bereits über viele Jahre Erfahrung in der Vermittlung der plattdeutschen Sprache verfügt. Die Schülerinnen und Schüler der berufsqualifizierenden Berufsfachschule Altenpflege nehmen das Angebot gerne und motiviert an, mit dem Ziel ihre Kenntnisse bei der Pflege und Betreuung älterer Menschen anwenden zu können.

In der ländlich strukturierten Region Niedersachsens, insbesondere auch im  Landkreis Diepholz,  wird  heute noch viel „plattdeutsch“ gesprochen. Vor allem aber die ältere Generation beherrscht diese Sprache, weil sie es in ihrer Kindheit gelernt hat. Plattdeutsch war quasi die Muttersprache, denn zu damaliger Zeit wurde die hochdeutsche Sprache oftmals erst in der Schule vermittelt. „Einmal Erlerntes bleibt in der Erinnerung lange präsent und kann jederzeit wieder abgerufen werden. Insbesondere beim Umgang mit demenzerkrankten Seniorinnen und Senioren wollen wir diese Art der Kommunikation nützen.

Plattdeutsch öffnet Türen zur Erinnerung an vergangene Zeiten und vermittelt somit ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Wir wollen die plattdeutsche Sprache nutzen, um einen noch besseren Zugang zur älteren Generation insbesondere  in den Seniorenheimen, Tagespflegeinrichtungen und bei der ambulanten Pflege zu bekommen“, erläutert Irmgard Leuters, Lehrerin für den Bereich „Betreuung und Beschäftigung alter Menschen“  in der Altenpflege. Die Schülerinnen und Schüler sind motiviert neben Englisch auch diese Sprache zu erlernen. „Plattdeutsche Begriffe, einfache Sätze, aber auch Gedichte  und Sketsche stehen auf dem meinem Lehrplan“, so Erika Brunkhorst und stimmt dann mit ihnen das Lied „Dat du min Leevsten büst.“ ein.
Erste Versuche der angehenden Altenpflegerinnen und Altenpfleger  bei der täglichen Arbeit mit  den Seniorinnen und Senioren in einfachen und kurzen Sätzen auf „plattdeutsch“ zu kommunizieren,  sorgte zunächst für Überraschung,  dann aber für sehr große Freude und zauberte sofort jedem ein Lächeln aufs Gesicht. Gerade im Umgang mit demenzerkrankten Menschen kann die plattdeutsche Sprache sprichwörtlich „die Tür zur Vergangenheit öffnen“  und die Arbeit mit diesen Menschen erleichtern. Sie unterstützt das gegenseitige Vertrauen und die Wertschätzung der jeweiligen Personen. Persönliche Erinnerungen fallen sehr viel leichter.

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