Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Nov
01

Rüstzeug für Reform des Unterrichts-500 Lehrer im Diepholzer Theater: Weiterbildung zur Lernförderung durch Dr. Heinz Klippert

DIEPHOLZ (sbb) Schulentwicklung und Unterrichtsqualität zu verbessern, stand am Mittwochnachmittag auf dem Stundenplan von etwa 500 Lehrern. Sie folgten der Einladung des Berufsbildungszentrums (BBZ) Dr. Jürgen Ulderup, das gemeinsam mit der Christian-Hülsmeyer-Schule in Barnstorf und der Haupt- und Realschule in Lemförde an einen zweijährigen Qualifizierungs- und Unterstützungsprogramm teilnimmt. Der Auftaktvortrag des Methodentrainers und Schulentwicklers Dr. Heinz Klippert im Diepholzer Theater war öffentlich.

Begrüßung und Eröffnung durch den Schulleiter OStD Hans-Joachim Jacke.

Bereits der Titel des Vortrages „Lernen fördern – Lehrer entlasten“ erschien dem Referenten erklärungsbedürftig. Ein wenig wie die Quadratur des Kreises schien ihm dies beim ersten Betrachten. Kompetenz für den Schulalltag gewinnen – für Lehrer und Schüler – war gemeint.

Klipperts Vortrag gab den Lehrerkollegen im Auditorium erstes praktisches Rüstzeug in der systematisch gewollten Reform der Unterrichtsarbeit in allen Schulformen.

Viele seiner Kollegen sind nach Meinung des Lehrerfortbilders „hyperaktiv“ und fühlen sich deshalb chronisch überlastet, provozierte Klippert etwas.

Die eingewobenen Anekdoten aus seinem persönlichen Schulalltag ließen Rückschlüsse auf knallharte Logik der Schüler zu. Ein Beispiel: Seine Tochter hatte von einem interessanter Vormittag in der Schule berichtet, denn „…drei Fragen haben ausgereicht, um ihn (den Lehrer) eine Doppelstunde zu beschäftigen“.

Dr. Heinz Klippert während des Vortrags in Diepholz.

Diese Situation ist für Klippert symptomatisch. Nach seiner Meinung müssen Lehrer allgemein mehr in die Defensive, um den Schülern eine reelle Chance auf ihre Selbsthilfekompetenz und Rückbesinnung auf ihre Potentiale zu geben. Dreh- und Angelpunkt der „Pädagogischen Schulentwicklung“ sei es, die Schüler effektiver zu qualifizieren, um Lernformen zu kultivieren und damit Lehrer spürbar zu entlasten.

Klippert kritisierte die ausgeprägte „Arbeitsblattmethodik“ seiner Kollegen, die einem „masochistischen Arbeitsbeschaffungsverfahren“ ähnelte. Alternativen nach Meinung des Schulentwicklers und Buchautors: Klassische Lernmedien wie Tafel- und Schaubild, Film und Lehrervortrag.

Intelligente Unterrichtsvorbereitung könne sehr viel unsinnige Arbeit sparen. Die dadurch gewonnene Zeit kommt den Schülern zu Gute. „Ich kann Schüler nicht adäquat fördern, wenn sie sich nur zurücklehnen“, berichtet Klipper aus langjähriger eigener Erfahrung in hunderten von Schulen und mehreren Bundesländern. Selbstständiges Arbeiten der Schüler ist ein wichtiger Punkt in seinem Konzept zur Kompetenzförderung.

Gruppenfoto nach dem Abschlussgespräch in gemütlicher Runde.

Klippert erläuterte es an zahlreichen praktischen Beispielen. Dabei ging es hauptsächlich um die Frage, wie man aus defensiven Schülern selbstständige Lerner und Teamarbeiter machen kann. Lehrer und Schüler sollen sich durch ein „Spiralkonzept“ quasi bohrend immer tiefer in unterschiedliche fremde Fachmaterie einarbeiten lernen. Eigenverantwortliches Arbeiten mit Fokus auf das Klassenteam, weg von der Lehrkraft sind Ziel der Reform der Unterrichtsarbeit. Hierbei lernen die unterschiedlich starken Schüler von und miteinander. Im Klassenverband qualifizieren sie sich außerdem zu wichtigen Helfern der Lehrer – zum Beispiel bei Disziplinproblemen.

Gegen Ende der dreistündigen Lerneinheit erhielten die Lehrer sinnvolle Hinweise für die nun folgenden Workshops.

Bericht: Diepholzer Kreiszeitung

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