Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Jun
27

Sulinger Landwirtschaftschüler erkunden Südkreis – Milchvieh- und Spargelbetrieb Ziel der angehenden Landwirte

20 Auszubildende im Ausbildungsberuf Landwirt/-in des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup am Standort Sulingen nutzten ihren Berufsschultag und begaben sich mit ihrem Klassenlehrer Dr. Jürgen Strodthoff auf eine Exkursion in die Gemeinden Wagenfeld und Kirchdorf.
Erstes Reiseziel war der Milchviehbetrieb des Ausbildungsbetriebes Familie Fiedler in Ströhen, die dem Auszubildenden Hendrik Labbus Kenntnisse und Wissen vermitteln. Seit wenigen Monaten werden die nun 220 Kühe im neuen Boxenlaufstall gehalten. Dabei werden sowohl Kuhkomfort als auch Pragmatik groß geschrieben. Obgleich arbeitsaufwendiger hat sich Betriebsleiter Henning Fiedler für Tiefboxen mit Rapsstroh-Einstreu entschieden, um den Kühen eine weiche Liegefläche anbieten zu können und Gelenkprobleme zu vermeiden. Herr Fiedler erkennt nach wie vor jede der 220 Kühe am Aussehen; für die Azubis ist das schon eine größere Herausforderung. In der lichtdurchfluteten Halle geht es den Kühen sichtlich gut, breite Lauf- und Futtergänge sorgen für eine ruhige Tierherde, die trotz des Umzugs in den neuen Stall die Durchschnittsleistung von 10.300 kg Milch halten konnte und sich auf dem Wege der Leistungssteigerung befindet. Gefüttert wird eine Voll-TMR (totale Mischration) in zwei Leistungsgruppen, die mit einem selbstfahrenden Futtermischwagen vorgelegt wird. Die Maissilage wurde kurzer Hand auf die Grassilage gefahren, um Platz zu sparen. Die Rationsanteile des Grundfutters sind somit bereits festgelegt. Wegen der steigenden Flächenkosten baut Familie Fiedler seit einigen Jahren Grünroggen vor dem Silomais an, um die Energieerträge auf der knappen Fläche zu erhöhen, hinzu kommt Ackergras und eine intensive Nutzung des Grünlandes.

Berufsschüler im 2. Ausbildungsjahr mit vielen Fragen zum neuen Boxenlaufstall (von links: Klassenlehrer Dr. Jürgen Strodthoff, Betriebsleiter Henning Fiedler).

Von Ströhen ging die Reise dann nach Scharringhausen zum Spargel- und Beerenhof Thiermann. Hier ist Felix Kramer Auszubildender. Betriebsleiter Karsten Freyer führte die angehenden Landwirte über den Betrieb und stand der Gruppe Rede und Antwort. Betrieb Thiermann bewirtschaftet 1.700 ha, davon 830 ha Spargel, zudem Erdbeeren, Getreide und Energiemais. Auf 9.100 Endmastplätzen werden Schweine gemästet. Die Schweinegülle und der Energiemais werden in drei hofeigenen Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,2 Megawatt zu Strom „veredelt“. Bis zu 900 Spargelstecher stechen die edlen Stangen auf den Feldern, dann wird der Spargel im Wasserbecken gekühlt, anschließend gewaschen, sortiert und abgepackt. Die Spargelwurzel, so Freyer, ist das Geschäftsguthaben des Betriebes. „Warum können aus einer Spargelwurzel mehrere Spargelstangen gestochen werden?“ wollten die Berufsschüler daraufhin wissen. Freyer erläuterte, dass eine Wurzel über ca. 8-12 Knospen verfüge. Diese bilden nach und nach Triebe, welche als Spargelstangen gestochen werden. Deshalb müsse die Wurzel auch ab dem Johannistag Ende Juni Gelegenheit erhalten, Speicherstoffe einzulagern, damit die Knospen im kommenden Jahr wieder kräftige Triebe bilden können. Auf dem Betrieb Thiermann arbeiten neben den Saisonarbeitern durchgehend ca. 60 Angestellte, davon 3 Agraringenieure, 6 Landwirtschaftsmeister bzw. staatlich geprüfte Betriebswirte (erfolgreiche Abgänger der Zweijährigen Fachschule Agrarwirtschaft) und weitere Landwirte. Eine gute Ausbildung kann sich also bezahlt machen! Zum Abschluss der Exkursion konnten sich die Berufsschüler mit einem leckeren Spargelessen am Buffet stärken. Heinrich Thiermann ließ es sich nicht nehmen, die Gruppe hierzu einzuladen.

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