Berufsbildungszentrum Dr. Juergen Ulderup
Jan
17

Techniker präsentieren Projektarbeiten im Fach Entwicklung und Konstruktion

Im Rahmen ihrer berufsbegleitenden Ausbildung zum „Staatlich geprüften Techniker“ an der Fachschule Maschinentechnik des Berufsbildungszentrums Dr. Jürgen Ulderup, Schulort Diepholz, präsentierten sechs Teams ihre abschließenden Projektarbeiten im Fach Entwicklung und Konstruktion. Die beiden Präsentationstermine fanden nicht in der Schule statt, sondern in den Räumen beteiligter Betriebe. So waren die Studierenden mit ihren Lehrkräften und interessierten Zuhörer bei der ZF Friedrichshafen am Standort Diepholz und am Standort Wagenfeld zu Gast. Wie der Fachlehrer Hans-Joachim Jacke bemerkte, reichte das Spektrum der Problemstellungen der vorgestellten Arbeiten von der Neukonstruktion einer Montagevorrichtung für einen Kartoffelvollernter bis zur Anpassungskonstruktion für die induktive Erwärmung von Kugelzapfen.
In jedem Fall mussten die sechs komplexen Problemstellungen und die damit verbundenen Aufträge selbständig, unter Anwendung der Regeln des Projektmanagements, der Konstruktionslehre und der Teamarbeit erledigt werden. Dafür standen den Teams, konstatierte Jacke in seinen Ausführungen, etwa drei Monate Bearbeitungszeit zur Verfügung. Neben der schon erwähnten Präsentation der Arbeitsergebnisse, waren die Teilnehmer gehalten, auch umfassende Dokumentationen über ihre Konstruktionsresultate vorzulegen. Das alles zusammen wird von den betreuenden Lehrkräften einer Bewertung unterzogen, die am Ende in einer Noten die Gesamtleistung der Teams zum Ausdruck bringt.
Darüber hinaus hielten die Konstruktionsteams, so Werksleiter Dipl.-Ing. Guido Remme von der ZF in seiner Begrüßung in Wagenfeld, natürlich über die Projektzeit enge Kontakte zu ihren jeweiligen Kunden. Sie gaben schließlich bei den Arbeitsgruppen die praxisrelevanten Konstruktionsprojekte in Auftrag. Für die jetzt abgeschlossenen Projekte waren das wieder Betriebe aus der Region, wie z. B. die ZF Friedrichshafen AG und die Grimme Landmaschinen GmbH & Co. KG.
Durch die Projektkooperation mit den Firmen erhielten die Problemstellungen sehr betriebsnahe Aspekte, ergänzte der zuständige Abteilungsleiter des Berufsbildungszentrums Friedel Duwenhorst, die erheblich zur Motivation der Teammitglieder beitrugen. Einige der konstruierten Maschinensysteme haben durchaus die Chance, tatsächlich im jeweiligen Betrieb realisiert zu werden. Die Betriebsvertreter ihrerseits erhielten in dieser Kooperationsphase auch einen relativ guten Einblick in die vierjährige Teilzeitausbildung zum „Staatlich geprüften Techniker“ am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup.
Dabei ist das Methodenwissen der Studierenden, erläutert Jacke, wichtiger als das Einzel- und Faktenwissen, da ohnehin nicht jedes Detail während des Studiums vermittelt werden könne. Der Wandel ist und bleibt die alltägliche Herausforderung in den Unternehmungen. Das Bildungsziel ist deshalb auch nicht die Wiedergabe von begrenztem Stoff und die rezeptartige Abarbeitung von Regeln, sondern vielmehr die berufliche Handlungskompetenz des zukünftigen Technikers. Seine möglichen betrieblichen Handlungsfelder sind nämlich sehr vielfältig und anspruchsvoll, entsprechend sollte er auch genau darauf und auf stetige Veränderungen vorbereitet werden. Die aktuellen Arbeitsergebnisse lassen erwarten, dass das auch in diesem Jahrgang wieder gelungen sein könnte.
Demzufolge wurde von den 22 Teilnehmern schon während der Weiterbildung Eigeninitiative, Selbstverantwortung und Innovationsfähigkeit erwartet. Aber auch der Unterricht lässt sich unter diesen Umständen nicht auf den stofforientierten Frontalunterricht reduzieren. Das unterrichtliche Angebot ist vielmehr teilnehmerzentriert. Bildung passiv konsumieren war gestern, heute ist stattdessen und vor allem Handlungsorientierung angesagt. Nur unter dieser unterrichtsverändernden, ganzheitlichen Bedingung lassen sich die angeführten anspruchsvollen Ziele der Technikerausbildung erreichen. Es geht in dieser Ausbildung zum „Staatlich geprüften Techniker“ um einen ganz entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region.


Die Teams präsentierten ihre Ergebnisse sehr professionell und selbstbewusst. Sie hatten offensichtlich an sich selbst und an das Plenum sehr hohe Ansprüche. Adressatenbezogen gestalteten sie die unterstützenden Medien. Ihre Ausführungen waren informativ und kompetent. Die Zuhörer erfuhren z. B. etwas über die konstruktiven Hintergründe eines Zug-Druck-Prüfstandes, eines Sicherheitskonzepts für einen Prüfroboter, einer Handling-Optimierung für ein Rollwagensystem und über eine Hubvorrichtung zum Be- und Entladen von Lastkraftwagen. Kennzeichnend für die Lösung von Konstruktionsaufgaben ist grundsätzlich die Verknüpfung von Praxiswissen mit theoretischen Kenntnissen und der schrittweisen Entwicklung von Lösungsideen zu Produkten oder Verfahren.
Abschließend bedanke sich Hans-Joachim Jacke bei den Teilnehmern für ihre Präsentationen und ihrem Engagement, bei den Zuhörern für ihre Aufmerksamkeit sowie bei den Gasgebern für die Unterstützung und die Bewirtung.
Mit Beginn des Schuljahres 2014/2015 wird am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup, Schulort Diepholz, die Fachschule Maschinentechnik mit den Schwerpunkten Konstruktions- und Automatisierungstechnik sowohl in Teilform (4 Jahre) als auch in Vollzeitform (2 Jahre) angeboten.
Interessierte können sich auf der Homepage der Schule (www.bbz-ulderup.de) oder auch telefonisch beim Leiter der Abteilung Technik, Friedel Duwenhorst, Tel. 05441-99301 oder 05441-993125, Informationen einholen.

 

 

Aktivitäten, Allgemeines , ,

  1. Bisher keine Kommentare
  1. Bisher keine Trackbacks