Begleitet wurde die Gruppe vom Team @diepholz_help_ukraine. Die Fahrt bot den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, wirtschaftliche Fragestellungen außerhalb des Klassenraums zu erleben und dabei ganz unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen: von digitalen Zukunftstechnologien über nachhaltige Versorgungskonzepte bis hin zu Mobilität, Stadtentwicklung und Sport als bedeutendem Wirtschafts- und Kulturbereich.
Tag 1: Anreise mit Zwischenstopp in Würzburg
Der Auftakt der Reise begann mit der gemeinsamen Fahrt von Diepholz nach München. Schon unterwegs erhielten die Teilnehmenden erste spannende Informationen über die bayerische Landeshauptstadt. Für einen gelungenen Start sorgte außerdem eine Box mit Süßigkeiten, die gleich zu Beginn für gute Stimmung in der Gruppe sorgte.
Auf dem Weg nach München legte der Kurs einen Zwischenstopp in Würzburg ein. Dort stand auch ein kurzer Besuch an der Universität auf dem Programm, der bereits unterwegs einen kleinen Einblick in studentisches Leben und mögliche Bildungswege eröffnete. Gegen 19 Uhr erreichte die Gruppe schließlich München. Den Abend ließ man gemeinsam in einem asiatischen Restaurant ausklingen, bevor der erste Reisetag im Hotel entspannt beendet wurde.
Dienstag: Stadtrundfahrt, AWS und ein bayerischer Abend
Der Dienstag verband Stadtgeschichte, Wirtschaft und gemeinsames Erleben. Bei einer Stadtrundfahrt erkundete die Gruppe zentrale Orte Münchens. Dazu gehörten unter anderem die Frauenkirche, die Synagoge, der Marienplatz, die Fünf Höfe, der Bayerische Hof, der Alte Peter und der Viktualienmarkt. So wurde schnell deutlich, dass München nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsstandort ist, sondern auch kulturell und historisch eine große Vielfalt bietet.
Ein besonders wichtiger fachlicher Programmpunkt war anschließend der Besuch bei AWS (Amazon Web Services). Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Bereiche Vertrieb und Produktentwicklung. Im Mittelpunkt stand zunächst die Frage, was Amazon heute überhaupt ist. Deutlich wurde, dass das Unternehmen längst mehr als ein klassischer Onlinehändler ist: Neben Online-Shopping mit einem riesigen Sortiment spielen auch Unterhaltung, technische Geräte und vor allem Web-Services eine zentrale Rolle.
Im weiteren Verlauf wurde die Bedeutung von AWS für Amazon und für zahlreiche andere Unternehmen thematisiert. Dabei ging es um Speicherplatz, Rechenleistung, die Bereitstellung von KI-Anwendungen sowie um die Rolle von Daten für moderne Geschäftsmodelle. Anschaulich wurde erklärt, wie Bestellprozesse, Lagerhaltung, Bereitstellung und Verpackung optimiert werden können und wie Unternehmen versuchen, Kundenwünsche möglichst frühzeitig zu erkennen. Auch personalisierte Werbung, Profiling und die Frage nach der Macht großer Datenmengen spielten dabei eine wichtige Rolle. Ein prägnanter Gedanke blieb besonders im Gedächtnis: Erfolgreiche Unternehmen wollen im besten Fall schon heute wissen, was Kundinnen und Kunden morgen brauchen oder bestellen werden.
Spannend war außerdem der Blick auf konkrete Anwendungsfelder in verschiedenen Branchen. So wurde deutlich, welche Rolle Datenverarbeitung und künstliche Intelligenz etwa bei BMW, in der Autoindustrie, in der Pharmaindustrie, bei Adidas oder im Sportbereich spielen. Im Zusammenhang mit BMW standen auch Assistenzsysteme, autonomes Fahren und die Frage im Mittelpunkt, wie das Auto der Zukunft aussehen könnte. Besonders wertvoll war dabei der Hinweis, dass Innovation immer auch mit Rückschlägen verbunden sein kann und Weiterentwicklung gerade dann gelingt, wenn aus Fehlern gelernt wird.
Den Abschluss des Tages bildete ein gemeinsamer Besuch im Hofbräuhaus. Dort stand vor allem das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt. In typisch bayerischer Atmosphäre konnten die Schülerinnen und Schüler bei Musik, Gesprächen und regionalen Speisen ein Stück Münchner Kultur kennenlernen. Auf den Tisch kamen unter anderem Haxe, Leberkäs, Hendl, Brezen und Bayerische Creme, dazu Getränke wie Cola, Wasser und Apfelschorle. Der Abend bot eine schöne Gelegenheit, die Eindrücke des Tages gemeinsam Revue passieren zu lassen.
Mittwoch: Foodhub, BMW Welt und ein unvergesslicher Abend in der Allianz Arena
Auch der Mittwoch hielt ein abwechslungsreiches Programm bereit. Zunächst besuchte die Gruppe den Foodhub, wo sie von Olli, Birgit und Kirsten begleitet wurde. Bei einer Führung durch Verkaufsraum und Lager erhielten die Schülerinnen und Schüler einen praxisnahen Einblick in die Arbeitsweise des Projekts. In einer anschließenden Gesprächs- und Diskussionsrunde ging es um die Geschichte des Foodhubs, seine Organisationsform als Genossenschaft, Fragen der Mitgliedschaft und Finanzierung sowie um die Sortimentsgestaltung. Dabei wurde deutlich, dass wirtschaftliches Handeln eng mit Verantwortung, Nachhaltigkeit und bewussten Konsumentscheidungen verbunden sein kann. Besonders die Wertschätzung von Lebensmitteln spielte dabei eine wichtige Rolle. Im Anschluss bestand außerdem die Möglichkeit, selbst im Shop einzukaufen.
Danach führte der Weg in die BMW Welt. Dort gewann die Gruppe Einblicke in das aktuelle und historische Sortiment der Marken BMW, MINI, Rolls-Royce und BMW Motorrad. Zu sehen waren sowohl Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor als auch moderne Konzepte der Elektromobilität. Darüber hinaus wurde deutlich, wie stark Produktpräsentation, Markenimage, Merchandising und Produktauslieferung miteinander verknüpft sind. Der Besuch zeigte damit nicht nur technische Entwicklungen, sondern auch wirtschaftliche und strategische Aspekte moderner Markenführung.
Ein besonderes Highlight der Studienfahrt wartete schließlich am Abend: der gemeinsame Besuch des Champions-League-Rückspiels zwischen dem FC Bayern München und Atalanta Bergamo in der Allianz Arena am 18. März 2026. Schon im Vorfeld gab es wegen eines angekündigten Streiks Hinweise zur erschwerten An- und Abreise. Dass der Weg zum Stadion am Ende tatsächlich etwas komplizierter verlief als erwartet, passte damit fast schon verdächtig gut zum Spieltag – München wollte offenbar mit einem kleinen Augenzwinkern zunächst testen, wie ernst es unserer Gruppe wirklich mit der Fußballbegeisterung ist.
Das Spiel selbst entschädigte dann aber mehr als deutlich für alle kleinen organisatorischen Hürden. Der FC Bayern gewann das Rückspiel mit 4:1 vor 75.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. Harry Kane brachte die Münchner in der 25. Minute per Handelfmeter in Führung und legte in der 54. Minute das 2:0 nach. Kurz darauf erhöhte Lennart Karl auf 3:0, ehe Luis Díaz das 4:0 erzielte. Den Schlusspunkt setzte Lazar Samardžić mit dem Treffer zum 4:1 für Atalanta. Nach dem bereits deutlichen 6:1 im Hinspiel zog Bayern damit souverän ins Viertelfinale ein.
Für unsere Gruppe war dieser Abend jedoch weit mehr als nur ein Spielbericht. Die Stimmung in der Allianz Arena, das gemeinsame Mitfiebern und die besondere Atmosphäre machten den Stadionbesuch zu einem Erlebnis, das sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird. Vor allem bleibt festzuhalten: Alle Besucherinnen und Besucher des Spiels waren sehr, sehr begeistert. Spätestens mit dem Anpfiff war die etwas abenteuerlichere Anreise ohnehin nur noch eine Randnotiz.
Donnerstag: Allianz Arena, Innenstadt und persönlicher Austausch
Am Donnerstag stand zunächst der erneute Besuch der Allianz Arena sowie des FC-Bayern-Museums auf dem Programm. Nach dem emotionalen Stadionabend vom Vortag war es besonders spannend, die Arena nun noch einmal aus einer anderen Perspektive kennenzulernen. Die Führung ermöglichte einen weiteren Blick hinter die Kulissen und machte deutlich, welche organisatorischen, technischen und logistischen Abläufe hinter einem modernen Stadionbetrieb stehen. So wurde sichtbar, dass ein Stadion dieser Größe weit mehr ist als nur ein Ort für Fußballspiele: Es ist zugleich Veranstaltungsort, Wirtschaftsraum, logistisches System und Markenwelt. Das FC-Bayern-Museum ergänzte diese Eindrücke um die Geschichte und Entwicklung des Vereins und zeigte, wie eng Sport, Identität, Vermarktung und wirtschaftlicher Erfolg miteinander verbunden sein können.
Im Anschluss an die Besichtigung ging es noch einmal in die Münchner Innenstadt. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler die Zeit individuell nutzen – zum Shoppen, zum weiteren Besichtigen oder dazu, bereits bei der Stadtrundfahrt als besonders interessant empfundene Orte noch einmal genauer zu erkunden. Dazu gehörten beispielsweise das Besteigen des Alten Peters oder auch der Aussichtsturm der Frauenkirche. So bot der Nachmittag Raum für eigene Entdeckungen und persönliche Eindrücke von München.
Am Abend kam die Gruppe wieder zusammen und ließ den Tag bei einem gemeinsamen italienischen Abendessen mit Pizza und Pasta ausklingen. In entspannter Atmosphäre ergab sich noch einmal viel Zeit für Gespräche und den gemeinsamen Austausch über die Erlebnisse der vergangenen Tage.
Zurück im Hotel bestand darüber hinaus optional die Möglichkeit zu einer besonders interessanten Begegnung mit der ehemaligen Schülerin Serina Blumenthal, die heute duale Studentin bei BMW ist. Im Gespräch berichtete sie über ihre Erfahrungen aus dem Schulleben, dem Abitur und den anschließenden Bildungs- und Berufsmöglichkeiten. Dieser persönliche Austausch war besonders spannend, da er den Schülerinnen und Schülern einen sehr lebensnahen Einblick in mögliche Wege nach der Schulzeit eröffnete und zugleich zeigte, wie sich schulische Erfahrungen, Studium und berufliche Praxis sinnvoll miteinander verbinden lassen.
Freitag: Rückfahrt mit Zwischenstopp in Kassel
Am Freitag trat die Gruppe schließlich die Rückreise an. Auf dem Weg zurück wurde noch ein Halt am Herkulesdenkmal in Kassel eingelegt. Dieser Zwischenstopp bot Gelegenheit, die gemeinsame Reise noch einmal in besonderer Atmosphäre ausklingen zu lassen und einen weiteren beeindruckenden Ort kennenzulernen. Bevor die Fahrt anschließend weiter in Richtung Heimat ging, blieb noch einmal Zeit, die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren zu lassen. So endete die Studienfahrt mit zahlreichen Eindrücken, neuen Erfahrungen und vielen gemeinsamen Erinnerungen.
Fazit
Die Studienfahrt nach München hat dem Wirtschaftskurs des 12. Jahrgangs auf vielfältige Weise gezeigt, wie spannend und praxisnah wirtschaftliche Themen sein können. Die Verbindung aus Stadterkundung, Unternehmensbesuchen, Einblicken in digitale Zukunftstechnologien, nachhaltigen Konzepten, Mobilität, kulturellen Erfahrungen und dem gemeinsamen Stadionerlebnis machte die Fahrt zu einer besonders wertvollen Erfahrung.
Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig solche Fahrten auch für das Miteinander sind. Neben vielen fachlichen Eindrücken boten die Tage in München zahlreiche Gelegenheiten für Gespräche, gemeinsames Erleben und neue Perspektiven. So bleibt diese Studienfahrt sicher nicht nur als lehrreiche, sondern auch als besonders schöne gemeinsame Zeit in Erinnerung.