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Berufsausbildung – Industriekaufleute (WIK)
Industriekaufleute sind in Unternehmen unterschiedlicher Branchen und Größen tätig. Ihr kaufmännisch-betriebswirtschaftliches Aufgabenfeld erstreckt sich über alle Bereiche eines Unternehmens. Sie unterstützen sämtliche Unternehmensprozesse aus betriebswirtschaftlicher Sicht von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice nach Auftragsrealisierung, sowohl in den kaufmännischen Kernfunktionen Marketing und Absatz, Beschaffung und Bevorratung, Leistungsabrechnung und Personal als auch in der Verbindung zu anderen Fachabteilungen und Bereichen.
Auf einen Blick
Ausbildungsart:
Beruf im Dualen System (Ausbildung im Betrieb, Berufsschule)
Ausbildungsdauer:
Die Ausbildung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau dauert in der Regel 36 Monate und kann beim Vorliegen bestimmter Voraussetzungen auf 30 bzw. 24 Monate verkürzt werden.
Prüfungen:
Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. Sie soll in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden.
Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen. Die Prüfung in den Bereichen Geschäftsprozesse, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde wird schriftlich durchgeführt. Der Prüfungsbereich Einsatzgebiet besteht aus
einer Präsentation und einem Fachgespräch.
Berufsschule:
Der Schulbesuch erfolgt in Tagesbeschulung. Das heißt, Du gehst im ersten Ausbildungsjahr an zwei Tagen in der Woche zur Schule und im zweiten und dritten Ausbildungsjahr jeweils an einem Tag in der Woche.
Informationen und Aufnahmevoraussetzungen - was brauchst Du?
Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens die Mittlere Reife, d.h. einen Realschulabschluss nach der 10. Klasse. Von Vorteil ist eine schulische Vorbildung im Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung durch den vorherigen Besuch der Einjährigen Berufsfachschule Wirtschaft (Höhere Handelsschule) oder des Wirtschaftsgymnasiums. Voraussetzung für die Berufsausbildung zur Industriekauffrau bzw. zum Industriekaufmann und den damit verbundenen Besuch der Berufsschule sind allerdings ein Berufsausbildungsvertrag und die Anmeldung durch das ausbildende Unternehmen an unserer Berufsschule.
Inhalte - was machen wir?
Betriebliche Ausbildung
Die betriebliche Ausbildung wird durch die Ausbildungsordnung geregelt. Aktuelle Informationen bekommst Du hier.
Schulische Ausbildung
Die schulische Ausbildung erfolgt in folgenden Lernfeldern:
1 In Ausbildung und Beruf orientieren
2 Marktorientierte Geschäftsprozesse eines Industriebetriebes erfassen
3 Werteströme erfassen und dokumentieren
4 Wertschöpfungsprozesse analysieren und beurteilen
5 Leistungserstellungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
6 Beschaffungsprozesse planen, steuern und kontrollieren
7 Personalwirtschaftliche Aufgaben wahrnehmen
8 Jahresabschluss analysieren und bewerten
9 Das Unternehmen im gesamt- und weltwirtschaftlichen Zusammenhang einordnen
10 Absatzprozesse planen, steuern und kontrollieren
11 Investitions- und Finanzierungsprozesse planen
12 Unternehmensstrategien, -projekte umsetzen
Den aktuellen Rahmenlehrplan für die schulische Ausbildung findest Du hier.
Abschlussmöglichkeiten - wie?
Zusatzqualifikation
Electronic Business Junior Assistant
Die Zusatzqualifikation „Electronic Business Junior Assistant“ (EBJA) richtet sich an kaufmännische Berufsschüler/Berufsschülerinnen im zweiten Ausbildungsjahr. Sie vermittelt Anwendungskompetenzen im Bereich „E‑Commerce“, die von der Wirtschaft verstärkt nachgefragt werden.
Prüfungen
Die Ausbildungsordnung der Industriekaufleute sieht eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung vor.
Die Zwischenprüfung
Die Zwischenprüfung liegt in der Mitte des 2. Ausbildungsjahres. Überprüft werden bereits erworbene Kenntnisse aus den Themenbereichen Beschaffung/Bevorratung, Leistungserstellung, Kosten- und Leistungsrechnung sowie rechtliche Grundlagen von Unternehmen. Die Zwischenprüfung umfasst eine Dauer von 90 Minuten und findet in programmierter Form statt.
Die Abschlussprüfung
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Prüfungsteil.
Die schriftliche Prüfung findet an zwei aufeinanderfolgenden Tagen statt und besteht aus folgenden Themenbereichen:
Tag 1: Geschäftsprozesse (Dauer: 180 Minuten)
Tag 2: Kaufmännische Steuerung und Kontrolle (90 Minuten) und
Wirtschafts- und Sozialkunde (Dauer: 60 Minuten).
An einem dritten Prüfungstag, ca. vier Wochen später, findet die Prüfung im Einsatzgebiet statt. Diese Prüfung besteht aus einer Präsentation über eine im Unternehmen durchgeführte Fachaufgabe und einem Fachgespräch.
Nach erfolgreicher Prüfung zum Industriekaufmann/zur Industriekauffrau stellt zum einen die IHK ein Prüfungszeugnis und zum anderen die Berufsschule ein Abschlusszeugnis aus.
Unter bestimmten Voraussetzungen können mit dem erfolgreichen Besuch der Berufsschule zusätzliche Schulabschlüsse erworben werden:
- Sekundarabschluss I
- Erweiterter Sekundarabschluss I
- Fachhochschulreife (Der schulische Teil der Fachhochschulreife muss aber bereits vor Beginn der Berufsausbildung vorliegen).
Und danach? Ein Ausblick ...
Nach dem Abschluss Deiner Ausbildung zum Industriekaufmann hast Du viele Möglichkeiten, Deine Karriere voranzutreiben. Neben klassischen Weiterbildungen wie zum Beispiel der Fortbildung zum Betriebswirt hast Du auch die Möglichkeit noch ein Studium, z. B. das der Wirtschaftswissenschaften, zu absolvieren. Mit jeder Fort- oder Weiterbildung steigen Deine Aufstiegs- und Karrierechancen.
Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt
Hast Du neben deinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss bereits 12 Monate Berufserfahrung gesammelt, kannst Du an der Weiterbildung zum staatlich geprüften Betriebswirt teilnehmen. Sie dauert in Vollzeit 2 Jahre und in Teilzeit 4 Jahre und findet an Fachakademien oder Fachschulen für Wirtschaft statt.
Aufstiegsweiterbildung zum Fachkaufmann IHK
Diese Weiterbildung kannst Du mit verschiedenen Schwerpunkten wie beispielsweise Büromanagement, Marketing, Personal oder Organisation absolvieren. Sie dauert, je nachdem ob sie in Voll- oder Teilzeit absolviert wird, 3 bis 4 Jahre. Auch sie ebnet den Weg zu Fach- und Führungspositionen. Die Abschlussprüfungen sind einheitlich geregelt.
Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter
Auch diese Weiterbildung wird sowohl in Voll- als auch in Teilzeit angeboten. Sie dauert zwischen 3 Monaten und 2 Jahren. Neben Deinem Ausbildungsabschluss benötigst Du zur Zulassung mindestens drei Jahre Berufserfahrung. Als Bilanzbuchhalter bist Du auf den Bereich Finanz- und Rechnungswesen spezialisiert.
Studium der Wirtschaftswissenschaften
Neben einer Weiterbildung hast Du auch die Möglichkeit, Dich an einer Fachhochschule oder Universität einzuschreiben und beispielsweise Wirtschaftswissenschaften zu studieren.
Beschulungsort
Die Beschulung findet am Schulstandort Diepholz statt.

